Der Beruf des Bodenlegers ist sehr vielseitig. Diese eher jüngere Berufssparte wurde 1965 als handwerkähnliches Handwerksgewerbe in die Handwerksordnung aufgenommen. Seit dem Jahre 1982 wurde für diesen Berufszweig eine anerkannte Abschlussprüfung beim Bundesministerium für Bildung durchgesetzt und seit 2002 wird der Beruf auch als Lehrberuf angeboten.
Der gelernte Bodenleger hat die Aufgabe, in privaten und gewerblichen Gebäuden, einen geeigneten Bodenbelag fachgerecht zu verlegen. Natürlich kann es sich hier auch um einen Rohbau handeln, in den der Fußbodenbelag zu verlegen ist. Die Bodenbeläge sind sehr individuell. Die Anforderungen an den Gesellen sind immer unterschiedlich, je nach dem zu verwendenden Belag. Das bedeutet, dass man nicht mit sehr viel Verschnitt arbeiten darf. Bodenleger sollten sich auch immer mit den neusten Materialien auskennen. Die richtungsweisenden Trends sollten von den Bodenlegern beachtet und beherrscht werden. In dieser Berufssparte gibt es keinen Stillstand. Ebenso sollten die Bodenleger einen Blick für Farben und Formen mitbringen, da man immer den gesamten Raum betrachten sollte. Die Bodenleger arbeiten nie ohne genaue Vermessungen. Somit wird der Verschnitt minimiert und auch die Kosten in Grenzen gehalten.
Für den Beruf des Bodenlegers benötigt man einen guten Hauptschulabschluss. Wer gerne handwerklich und praktisch Arbeiten möchte, ist in dieser Berufssparte sehr gut aufgehoben. Hier kann man umgehend sehen, was man geleistet hat. Bei einem Altbau müssen die Bodenleger gegebenenfalls auch notwendige Vorarbeiten leisten. Auch Anschlussarbeiten werden durch die Bodenverleger durchgeführt, zum Beispiel Profile anbringen oder auch Parkett abschleifen und wieder versiegeln gehört dazu. Des Weiteren sollte ein Bodenleger auch einen guten Kundenkontakt beherrschen. Auch das Zeitalter der Computertechnik hat vor dieser Berufssparte nicht halt gemacht. Ein Bodenleger sollte auch auf jeden Fall Teamfähig sein. Wichtig neben den exakten Vermessungen der Arbeitsfläche ist auch die Wartung der jeweiligen Arbeitsutensilien. Die Werkzeuge haben einen teilweise sehr hohen Anschaffungswert und sollten aus diesem Grund auch entsprechend behandelt werden. Ein Bodenleger wird in der Regel in einem Fachbetrieb ausgebildet. Sein Betätigungsfeld ist aber wesentlich weitläufiger. Man kann dann auch in den unterschiedlichsten Betrieben und auch im Einzelhandel tätig werden.
Die Ausbildung ist in drei Lehrjahre aufgeteilt. Sie beginnt zum August eines Jahres und endet jeweils drei Jahre später, nach der Abschlussprüfung vor der Handelskammer im Juli. Die Höhe der Vergütung ist bundesweit sehr unterschiedlich. Hierfür sind die jeweiligen Arbeitergeberverbände und Gewerkschaften zuständig. Bei den Verbänden und Organisationen kann man sich auch ganz unverbindlich nach den Lehrlingsgehältern erkundigen. Der Beruf des Bodenlegers bietet einem eine sehr gute Möglichkeit sich in der Branche zu etablieren. Leider kann man in diesem Berufszweig keine Meisterprüfung ablegen, da es sich hierbei nicht um einen vollhandwerklichen Beruf handelt. Da aber hier eine sehr nahe Berufsverwandtschaft mit dem Parkettverleger besteht, kann man hier noch eine Weiterbildung ausüben. Dann kann man sich auch durchaus mit einem Meisterbrief eine eigene Firma aufbauen. Trotzdem ist eine Selbstständigkeit auch ohne Meisterprüfung als Bodenleger machbar.
Die drei Lehrjahre werden durch eine Zwischenprüfung nach 18 Monaten kontrolliert. Hier müssen die Lehrlinge schon über ein schriftliches Fachwissen verfügen und auch eine bis zu siebenstündige praktische Arbeitsaufgabe bewerkstelligen können. Hier wird nicht nur der Prüfling kontrolliert, auch der Lehrbetrieb sollte den Anforderungen gewachsen sein. Besonders Wert wird auch auf den Gesundheit- und den Umweltschutz gelegt. Natürlich darf hier auch nicht das übliche Berichtsheft fehlen. Hier müssen die Lehrlinge ihren Ausbildungsnachweis genau protokollieren. Die Abschlussprüfung ist dementsprechend auch sehr viel anspruchsvoller. Diese erstreckt sich meist über zwei Tage und beinhaltet neben einer handwerklichen und schriftlichen Prüfung auch noch ein mündliches Fachgespräch.
Der Beruf des Bodenlegers wurde erst nach jahrelangen unnachgiebigen Bemühungen der Zunft als richtiger Lehrberuf anerkannt. Dieses macht den Beruf nicht nur sehr einzigartig, sondern hier wurde auch ein Berufszweig erschaffen, der sehr stolz auf dieses Durchsetzungsvermögen ist .So wundert es auch nicht, dass die einzelnen Betriebe sehr viel Wert auf ihre Berufssparte legen. Der Beruf des Bodenlegers bietet einem eine perfekte Basis, um sich auch eventuell als Raumausstatter weiterzubilden. Der Bodenleger bringt für diese Weiterbildung nicht nur ein sehr gutes Basiswissen mit, sondern hat in der Ausbildung auch schon das räumliche Denken gelernt. Auch wie die einzelnen Farben miteinander harmonieren, lernt man in der Lehre als Bodenleger.
Gesundheitliche Belastungen sind bei den Bodenlegern zum Beispiel Reizstoffe, die sich in den alten Teppichböden befinden können, durchaus möglich. Auch Knie und Rückenbelastungen spielen hier eine Rolle. Aber wie bei jedem Beruf kann der Arbeitnehmer hier auch vorbeugen. Die meisten Betriebe stellen für die Angestellten sogenannte Staubmasken bereit, die gerade bei einer Altbausanierung nicht fehlen dürfen. Zum Glück tendieren die Käufer von den Bodenbelägen immer mehr zu den schadstoffarmen Materialien, auch dies ist mit ein Verdienst der Bodenleger. Sie schaffen für den Kunden im Vorfeld eine große und flächendeckende Aufklärung, über die einzelnen Bodenbeläge. Die Käufer tendieren in den letzten Jahren immer mehr zu Naturstoffen. Das bedeutet, dass die Wahl sehr oft auf einen eher langlebigen Bodenbelag, wie zum Beispiel Parkett, fällt. Parkett ist für fast jeden Wohnraum geeignet und der Bodenleger kann mit der Farbe und der Maserung auch die gewünschten Möbel mit in die Bodenbestellung mit einbeziehen.
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