Die Restfeuchte im Estrich entscheidet darüber, ob ein Boden belegreif ist. Bei zu früher Belastung erhöht sich das Risiko für Bauschäden erheblich. Die CM-Messung ist dabei ein unverzichtbares Verfahren, um präzise Werte zur tatsächlichen Feuchtigkeit im Estrich zu ermitteln und den Ist-Zustand der Belegreife zu beurteilen. Hierfür gelten festgelegte Grenzwerte und Abläufe, die teure Sanierungen verhindern können.
- Was ist die CM-Messung?
- Wozu dient die CM-Messung beim Estrich?
- Welche Fußböden lassen sich mit der CM-Messung prüfen?
- Warum ist die CM-Messung die einzig anerkannte Methode zur Bestimmung der Belegreife?
- Welche Normen und Richtlinien regeln die CM-Messung?
- Wann muss eine CM-Messung zwingend durchgeführt werden?
- Was ist ein Aufheizprotokoll und wann wird es bei Heizestrichen eingesetzt?
- Welche Risiken entstehen bei einer zu frühen Bodenbelagsverlegung ohne Belegreife?
- Wer darf eine CM-Messung fachgerecht durchführen?
- Wann ist der richtige Zeitpunkt für die erste CM-Messung?
- Wie lange dauert die Trocknung eines Estrichs je nach Art und Aufbau?
- Wie funktioniert die CM-Messung technisch?
- Wo im Raum sollte die CM-Messung durchgeführt werden?
- Wie läuft eine CM-Messung Schritt für Schritt ab?
- Welche Probenmenge wird für die CM-Messung benötigt?
- Wann gilt der Estrich als belegreif?
- Welche Grenzwerte gelten bei der CM-Messung für verschiedene Estricharten?
- Was ist zu tun, wenn die CM-Messung Grenzwerte überschreitet?
- Welche Fehlerquellen können bei der CM-Messung auftreten?
- Was ist der Unterschied zwischen CM-Messung und elektrischen Feuchtemessgeräten?
- Was ist bei Schnellestrichen und beschleunigten Systemen zu beachten?
- Was kostet eine CM-Messung durchschnittlich?
- Wer trägt die Kosten für die CM-Messung: Bauherr, Estrichleger oder Bodenleger?
- Diese 5 Dinge sollten Sie beachten
- Fazit
- Estrich CM-Messung: Häufig gestellte Fragen
- Quellen
Alles auf einen Blick:
- Die CM-Messung bestimmt die Restfeuchte in speziell mineralischen Estrichböden und gilt als verbindliche Grundlage, um die Belegreife eines Estrichbodens sicherzustellen.
- Hierbei handelt es sich um ein chemisches Verfahren, bei dem anhand einer Probenentnahme des Estrichs der Feuchtegehalt mit einem speziellen Messgerät bestimmt wird. Calciumcarbid reagiert dabei mit der enthaltenen Feuchtigkeit und macht den Wassergehalt präzise messbar.
- Grenzwerte unterscheiden sich je nach Estrichart, Estrichdicke und Nutzung des Gebäudes.
- Eine solche Messung ist bei Neubauprojekten sowie nach Wasserschäden und Bodensanierungen notwendig.
- Fachgerecht durchgeführt liefert die CM-Messung zuverlässige Werte und schützt vor Fehlentscheidungen im Bauablauf und späteren Bauschäden.
Was ist die CM-Messung?
Die CM-Messung, auch als Calciumcarbid-Methode bezeichnet, ist ein standardisiertes Prüfverfahren zur Bestimmung der Restfeuchte in Estrichen und anderen mineralischen Baustoffen. Die Methode der Feuchtigkeitsmessung gilt als technischer Standard und wird von Fachverbänden wie dem Bundesverband Estrich und Belag e. V. (BEB) sowie der Technischen Kommission Bauklebstoffe (TKB) anerkannt und empfohlen, um die Belegreife von Estrichböden zu prüfen.
Wozu dient die CM-Messung beim Estrich?
Estrich gibt über viele Wochen Wasser ab, das bei zu früher Abdeckung nicht entweichen kann. Die CM-Messung dient in erster Linie dazu, die Belegreife eines Estrichs sicher zu bestimmen, also festzustellen, ob die Restfeuchte so weit reduziert ist, dass ein Bodenbelag ohne Schadensrisiko verlegt werden kann. Die Messergebnisse helfen außerdem, Feuchtewanderungen auszuschließen, die sich zeitverzögert auf Spachtelmassen, Klebstoffe oder Beläge auswirken können. Die CM-Messung schützt nicht nur Bauherren, sondern auch ausführende Betriebe. Ohne belegreife Messung haftet der Bodenleger für Feuchteschäden am Belag. Zudem verlangen viele Hersteller eine dokumentierte CM-Messung als Voraussetzung für Garantieansprüche.
Welche Fußböden lassen sich mit der CM-Messung prüfen?
Die CM-Messung eignet sich in erster Linie für die Feuchtigkeitsprüfung von mineralischen Untergründen. Hierzu zählen:
- Zementestrich
- Calciumsulfatestrich bzw. Anhydritestrich
- Schnellestrich
- Heizestrich
- Betonböden
- Fließestrich (ebenfalls zement- oder calciumsulfatbasiert)
- Magnesiaestrich (eingeschränkt, je nach Zusatzstoffen)
Welche Fußböden lassen sich mit der CM-Messung nicht prüfen?
Für alle nicht mineralischen Untergründe ist eine CM-Messung nicht geeignet. Dazu gehören:
- Gussasphaltestrich (da dieser keine messbare Feuchte enthält)
- Holzböden und Trockenestriche aus Gipsfaserplatten
- Bodenbeläge selbst (z. B. Parkett, Vinyl, Laminat)
Warum ist die CM-Messung die einzig anerkannte Methode zur Bestimmung der Belegreife?
Zur Feuchtebestimmung in Estrichen existieren verschiedene Messverfahren, doch die CM-Messung hat sich als maßgebliche Referenzmethode etabliert. Sie gilt als gängigste, anerkannteste und rechtlich sicherste Methode in der Baupraxis. Anders als orientierende oder indirekte Verfahren basiert die CM-Messung auf einem definierten chemischen Reaktionsprozess und liefert einen quantitativen Feuchtewert. Das Ergebnis ist objektiv, reproduzierbar und unabhängig von äußeren Einflüssen wie Luftfeuchte, Oberflächenbeschaffenheit oder elektrischer Leitfähigkeit. Nahezu alle technischen Regelwerke, Fachverbände und Belagshersteller fordern sie daher als verbindliche Bewertungsgrundlage.
Welche Normen und Richtlinien regeln die CM-Messung?
- DIN 18560 definiert Anforderungen an Estriche im Bauwesen, darunter auch zulässiger Feuchtigkeitsgehalt vor Belegung.
- Merkblätter des Bundesverbands Estrich und Belag enthalten praxisbezogene Vorgaben zur CM-Messung, zur Probennahme und zu Grenzwerten je nach Estrichart.
- Technische Kommission Bauklebstoffe Merkblatt 16 bietet eine detaillierte Anleitung zur sachgerechten Durchführung der CM-Messung, inklusive Geräteanforderungen und Auswertung.
- Herstellerangaben ergänzen die normativen Vorgaben um spezifische Anforderungen an Estrichsysteme, Klebstoffe und Bodenbeläge. Diese Angaben sind für die Beurteilung der Belegreife verbindlich.
- Hinweise aus Merkblättern des Zentralverband Deutsches Baugewerbes enthalten ergänzende technische Regelungen zum Einbau und zur Prüfung der Belegreife von Estrichen und Bodenbelägen.
- DIN EN 1264 (für Heizestriche) regelt die Anforderungen an Warmwasser-Fußbodenheizungen, insbesondere hinsichtlich der Aufheizprotokolle und Trocknung.
Wann muss eine CM-Messung zwingend durchgeführt werden?
Eine CM-Messung ist erforderlich:
- vor der Verlegung feuchteempfindlicher Bodenbeläge wie Parkett, Teppich oder auf Spachtelmasse
- bei beheizten Estrichen
- beim Einbau von Abdichtungen oder Entkopplungssystemen unter Fliesen
- bei Belegung vor Ablauf der regulären Trocknungszeiten
- bei unklaren Trocknungsbedingungen
- nach einem Wasserschaden
- zur rechtlichen Dokumentation in der Baukontrolle
Was ist ein Aufheizprotokoll und wann wird es bei Heizestrichen eingesetzt?
Wenn ein Heizestrich verlegt wird muss zusätzlich ein Aufheizprotokoll geführt werden. Das gezielte Aufheizen des Estrichs dient dazu, die enthaltene Baufeuchte schonend auszutreiben und zugleich die Estrichkonstruktion auf Temperaturbelastungen vorzubereiten. Diese Beobachtungen werden im Aufheizprotokoll dokumentiert, beginnend mit niedrigen Vorlauftemperaturen, die sich über mehrere Tage steigern, bevor es in eine Abkühlphase übergeht. Heizungsbauer oder Estrichleger dokumentieren diesen Vorgang, damit Bodenleger exakt nachvollziehen können, ob alle Schritte eingehalten wurden.
Was ist bei der Probenentnahme bei Heizestrichen zu beachten?
Das Prüfgut sollte zwischen den Heizkreisen entnommen werden, um keine beschädigte Rohrleitung zu riskieren und repräsentative Werte zu erhalten. Die Tiefe der Entnahme muss exakt der Estrichdicke entsprechen, da sich Feuchtegradienten stärker ausprägen als bei unbeheizten Estrichen. Weil auch die Probentemperatur die Reaktion in der CM-Flasche beeinflusst, ist es wichtig, dass die Probe nicht direkt aus einer laufenden Heizphase entnommen wird. Hier kommt wieder das Aufheizprotokoll ins Spiel, das korrekt abgeschlossen werden muss.
Welche Risiken entstehen bei einer zu frühen Bodenbelagsverlegung ohne Belegreife?
| Bodenmaterial | typische Schäden bei zu hoher Restfeuchte |
|---|---|
| mineralische Untergründe (Estrich, Beton) |
|
| Holzbeläge |
|
| Laminat |
|
| Vinyl- und Designbeläge |
|
| elastische Beläge (PVC, Kautschuk, Linoleum) |
|
| Teppichboden |
|
Wer darf eine CM-Messung fachgerecht durchführen?
CM-Messungen sollten ausschließlich von Personen durchgeführt werden, die nachweislich Kenntnisse über Estricharten, Feuchteverhalten und Messmethoden besitzen und das Messverfahren entsprechend der technischen Richtlinien durchführen. Dazu gehören:
- Estrichleger
- Bodenleger
- Bauleiter
- Sachverständige mit entsprechender Schulung
- qualifizierte Fachbetriebe
Wichtig ist, dass das Messverfahren und das Ergebnis entsprechend dokumentiert werden.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für die erste CM-Messung?
Die erste CM-Messung sollte erfolgen, wenn der Estrich einen wesentlichen Teil seiner natürlichen Trocknung durchlaufen hat und trocken erscheint. Wichtig ist, dass die Messung vor dem Verlegen von Bodenbelägen durchgeführt wird.
Welche Vorprüfungen können vor einer CM-Messung sinnvoll sein?
Bevor Prüfgut für eine CM-Messung entnommen wird, können verschiedene Vorprüfungen hilfreich sein:
- elektronische Messgeräte: liefern einen schnellen, ersten Überblick über die Feuchteverteilung im Raum
- Luftfeuchte- und Temperaturmessungen: helfen, ungünstige Klimabedingungen frühzeitig zu erkennen
- optische Prüfung: dunklere Estrichbereiche oder glänzende Zonen zeigen Feuchteansammlungen an
Wie lange dauert die Trocknung eines Estrichs je nach Art und Aufbau?
Bei der Trockenzeit von Estrich gilt im Allgemein die Faustregel: circa eine Woche pro Zentimeter Estrichdicke, bei mehr als vier Zentimetern etwas länger als eine Woche pro Zentimeter. Zementestriche benötigen typischerweise mehrere Wochen, da ihr Wasser chemisch gebunden und gleichzeitig physikalisch abgegeben werden muss. Calciumsulfatestriche trocknen schneller, reagieren jedoch empfindlicher auf hohe Feuchte. Dickere Estriche oder solche mit schlecht belüfteter Unterkonstruktion brauchen deutlich länger. Auch der Einsatz von Fußbodenheizungen beschleunigt den Prozess erst, nachdem die initiale Erhärtung abgeschlossen ist. Baufeuchte durch Putz- oder Betonarbeiten verlängert die Trocknungszeit erheblich.
Wie funktioniert die CM-Messung technisch?
Die CM-Messung basiert auf einer chemischen Reaktion zwischen der im Estrich enthaltenen Feuchtigkeit und Calciumcarbid. Dabei reagiert das Wasser in der Probe innerhalb von wenigen Minuten mit dem Carbid und erzeugt Acetylengas, das einen messbaren Druck aufbaut. Dieser Druck wird parallel über ein Manometer exakt erfasst und anschließend in den Wassergehalt in Masseprozent umgerechnet. Die Besonderheit des Verfahrens liegt in seiner Präzision, da der Gasdruck proportional zum Wassergehalt ansteigt. Selbst minimale Feuchteunterschiede zwischen 2 Proben lassen sich dadurch zuverlässig erkennen, was insbesondere bei Grenzwertnähe von entscheidender Bedeutung ist. Die Genauigkeit resultiert aus der vollständigen Bindung des Wassers durch die Carbidreaktion, sodass keinerlei Feuchteanteile unberücksichtigt bleiben und das Verfahren durchweg zuverlässige quantitative Werte liefert.
Wo im Raum sollte die CM-Messung durchgeführt werden?
Für die CM-Messung muss Prüfgut an einer Stelle entnommen werden, die das typische Trocknungsverhalten des Raumes widerspiegelt. Geeignet sind Raumbereiche mit gleichmäßiger Temperatur und Luftfeuchtigkeit, die abseits von Extrembereichen liegen. Estrichproben sollten daher nicht in Bereichen mit direkter Zugluft oder unmittelbar an Fenstern mit starker Sonneneinstrahlung entnommen werden. Bei Heizestrichen ist besondere Vorsicht geboten, um die darunterliegenden Heizrohre nicht zu beschädigen. Die Messstelle muss hier typischerweise zwischen den Heizkreisen gewählt werden und wird in der Regel vom Estrichleger entsprechend für die spätere Messung markiert. Je größer der Raum ist, desto mehr Estrichproben müssen entnommen werden. Bei Räumen bis zu 100 Quadratmetern sind in der Regel mindestens 2 Proben erforderlich.
CM-Messung von Estrich: geeignete vs. ungeeignete Messstellen im Überblick
| geeignete Messstellen | ungeeignete Messstellen |
|---|---|
|
|
Wie läuft eine CM-Messung Schritt für Schritt ab?
- Messstelle auswählen: Die Messstelle muss repräsentativ für das Raumklima und die typische Trocknungssituation gewählt werden. Bereiche mit direkter Sonneneinstrahlung, Heizquellen oder Außenwänden sind zu vermeiden.
- Estrich öffnen und Probe entnehmen: Der Estrich wird an der ausgewählten Stelle mit Hammer, Meißel oder Fräse geöffnet. Wichtig ist die Entnahme aus der gesamten Estrichdicke, da Feuchteverteilungen in der Tiefe stark abweichen können. Bei Heizestrich muss bei der Entnahme darauf geachtet werden, die darunterliegenden Heizrohre nicht zu beschädigen.
- Probe zerkleinen und abwiegen: Die entnommene Estrichprobe wird sofort zerkleinert und exakt abgewogen. Hierbei sollten die Proben auf eine maximale Größe von 10 Millimetern zerkleinert werden. Nur eine homogene Mischung liefert verlässliche Werte. Die Probenmenge richtet sich nach Estrichart und Gerätevorgabe.
- Probe in die Messflasche einfüllen: Die Probe wird luftdicht mit einer Carbid-Ampulle und Stahlkugeln (Schlagkörpern) in die Druckflasche gegeben. Anschließend wird diese fest verschlossen.
- CM-Messung durchführen: Die Flasche wird kräftig geschüttelt, sodass das Carbid vollständig mit dem Wasser in der Probe reagiert. Dabei entsteht Acetylengas, das den Druck im Inneren steigen lässt.
- Druck messen und Werte umrechnen: Der entstandene Gasdruck wird nach einer definierten Wartezeit über ein Manometer abgelesen und mithilfe einer Umrechnungstabelle oder Skala in den Wert des Feuchtegehalts (CM-Prozent) zu übertragen.
- Ergebnisse dokumentieren: Alle relevanten Angaben werden in einem Protokoll festgehalten. Dazu gehören Ort, Datum, Estrichart, Probentiefe, verwendetes Gerät und das Ergebnis. Nur eine vollständige Dokumentation ist im Streitfall belastbar.
Welche Probenmenge wird für die CM-Messung benötigt?
| Estrichart | typische Probenmenge für CM-Messung |
| Zementestrich (jung) | 20 Gramm |
| Zementestrich (Belegreif) | 50 Gramm |
| Calciumsulfatestrich / CAF | 100 Gramm |
| Magnesiaestrich (jung) | 20 Gramm |
| Magnesiaestrich (Belegreife) | 50 Gramm |
| Ausgleichs-/Spachtelmasse | häufig 10 Gramm |
Wie viele CM-Messungen sind auf einer Fläche notwendig?
- pro Raum mit Heizestrich: mindestens 1 Messstelle
- Wohnräume über 50 bis 100 Quadratmeter: mindestens 2 Messproben
- Flächen über 100 Quadratmeter: 3 Messungen je 200 Quadratmeter
- Gebäude mit mehreren Etagen: mindestens 1 Messung je Etage
- Mehrfamilienhäuser: mindestens 1 Messung je Wohnung
[1]
Wann gilt der Estrich als belegreif?
Ein Estrich gilt als belegreif, wenn der gemessene Feuchtigkeitsgehalt unterhalb der zulässigen Grenzwerte liegt und keine klimatischen Schwankungen mehr zu erwarten sind. Zusätzlich muss sichergestellt sein, dass der Estrich ausreichend ausgehärtet ist und eine stabile Feuchteverteilung erreicht wurde. Verlangen Sie immer ein vollständiges Protokoll mit Datum, Ort, Estrichart, Probentiefe und Messergebnis. Nur so ist die Belegreife eindeutig nachvollziehbar.
Welche Grenzwerte gelten bei der CM-Messung für verschiedene Estricharten?
Jede Estrichart besitzt ein typisches Feuchteverhalten, weshalb die zulässigen Restfeuchtewerte voneinander abweichen. Während Zementestrich langsam trocknet, aber widerstandsfähig gegenüber Feuchte ist, reagiert Calciumsulfatestrich empfindlicher und darf nur mit sehr niedriger Restfeuchte belegt werden. Die Grenzwerte sind dabei nicht für jeden Estrich gleich. Sie hängen nicht nur von der Estrichart ab, wobei zwischen Zement- und Calciumsulfatestrich unterschieden wird, sondern auch von der Art des geplanten Bodenbelags. Herstellerangaben und Raumnutzung spielen ebenfalls eine wichtige Rolle und müssen stets berücksichtigt werden.
Übersicht Grenzwerte CM-Messung ohne Fußbodenheizung
| Estrichart | Grenzwert CM-Prozent |
| Zementestrich (CT) | ≤ 2,0 CM-Prozent |
| Calciumsulfatestrich (CA) | ≤ 0,5 CM-Prozent |
Diese Werte sind abhängig von Herstellerangaben, Belagsart und Raumnutzung, weshalb stets die spezifischen Vorgaben berücksichtigt werden müssen.
Welche CM-Grenzwerte gelten bei Heizestrich?
Beheizte Estriche weisen deutlich strengere Grenzwerte auf, da die Temperaturschwankungen in der Heizperiode zu Bewegungen im Estrich führen können.
| Estrichart | Grenzwert CM-Prozent |
| Zementestrich (CT) | ≤ 1,8 CM-Prozent |
| Calciumsulfatestrich (CA) | ≤ 0,3 CM-Prozent bis ≤ 0,5 CM-Prozent |
Was ist zu tun, wenn die CM-Messung Grenzwerte überschreitet?
Liegt der gemessene Wert über dem zulässigen Grenzwert, darf der Bodenbelag unter keinen Umständen verlegt werden. Stattdessen sollte der Estrich im ersten Schritt länger trocknen. Dabei kann nach Absprache mit dem Fachbetrieb auch technische Hilfe zur Entfeuchtung eingesetzt werden. Vermeiden Sie Zugluft, extreme Temperaturwechsel oder ungleichmäßige Erwärmung. Anschließend muss eine erneute Messung durchgeführt werden.
Maßnahmen zur Feuchteverringerung können sein:
- regelmäßiges und gezieltes Lüften
- Einsatz von Bautrocknern
- sanftes Beheizen des Raumes
- bei Heizestrichen: erneutes, kontrolliertes Auf- und Abheizen
Welche Fehlerquellen können bei der CM-Messung auftreten?
Um sorgfältig die Feuchtigkeit im Estrich zu messen und zuverlässige Messergebnisse zu erhalten, sollten folgende häufige Fehlerquellen vermieden werden:
- Prüftgut nicht nur aus der Estrichoberfläche entnehmen: Oberfläche ist oft trockener als tiefere Schichten und liefert verfälschte Werte
- verunreinigte Werkzeuge: Verschmutzungen können das Messergebnis beeinträchtigen
- Feuchtigkeitsverlust beim Öffnen: beim Aufbrechen des Estrichs entweichende Feuchte verfälscht die Probe
- unvollständiges Zerkleinern der Probe: nicht ausreichend zerkleinerte Proben setzen nicht das gesamte Wasser frei
- zu kurze Reaktionszeiten: chemische Reaktion benötigt ausreichend Zeit für ein korrektes Ergebnis
- beschädigte Manometer: defekte Messgeräte liefern ungenaue Druckwerte
- veraltete Carbidampullen: Carbid, das seine Reaktivität verloren hat, führt zu falschen Messungen
- falsche Temperaturbedingungen: extreme Temperaturen beeinflussen die Reaktion und damit das Ergebnis
Was ist der Unterschied zwischen CM-Messung und elektrischen Feuchtemessgeräten?
Die CM-Messung ist das einzige Verfahren, das den tatsächlichen Wassergehalt im Estrich quantitativ bestimmt. Elektronische Messgeräte hingegen liefern lediglich grobe Feuchteindikatoren und sind stark störanfällig. In der Praxis sind sie nur zur Vororientierung geeignet, nicht zur Freigabe von Bodenbelägen.
Unterschiede zwischen CM-Messung und elektrischen Feuchtemessgeräten im Vergleich
| Kriterium | CM-Messung | elektronisches Feuchtemessgerät |
|---|---|---|
| Messprinzip |
|
|
| Ergebnisart |
|
|
| Genauigkeit |
|
|
| Aussagekraft zur Belegreife |
|
|
| Einfluss externer Faktoren |
|
|
| Anwendung im Streitfall |
|
|
| Einsatzbereich |
|
|
| Erforderliches Equipment |
|
|
| Durchführungszeit |
|
|
| Kosten |
|
|
Was ist bei Schnellestrichen und beschleunigten Systemen zu beachten?
Schnellestriche enthalten Zusatzstoffe, die den Trocknungsprozess verkürzen und eine frühere Belegreife ermöglichen. Trotz dieser Vorteile bleibt die CM-Messung zwingend erforderlich, denn beschleunigte Systeme trocknen nicht immer homogen. Additive, hohe Festigkeit und geringe Porosität können das Feuchteverhalten verändern und die Probennahme anspruchsvoller machen. Zudem reagieren manche Schnellzemente chemisch sensibel, sodass die Carbidreaktion leicht verzögert abläuft. Die Proben müssen daher besonders fein aufbereitet werden, um das gesamte Wasser freizusetzen. Die angegebenen Trocknungszeiten sind lediglich Orientierungswerte und ersetzen keine Messung. Handwerksbetriebe verlassen sich deshalb weiterhin auf die CM-Methode, um Reklamationen zu vermeiden.
Was kostet eine CM-Messung durchschnittlich?
Eine CM-Messung kostet je nach Region, Anfahrt und Aufwand typischerweise zwischen 100 und 130 Euro. Jede weitere Probe liegt meist zwischen 60 und 90 Euro. Abhängig vom Fachbetrieb können zusätzlich Anfahrtskosten berechnet werden. Der Preis beinhaltet in der Regel die fachgerechte Probenentnahme, die Durchführung der Messung sowie ein schriftliches Messprotokoll. Bei größeren Flächen, mehreren Messpunkten oder besonderen Anforderungen wie Heizestrichen werden häufig Pauschalpreise vereinbart, die pro Messpunkt günstiger ausfallen können. Expressmessungen oder kurzfristige Termine können den Preis hingegen erhöhen.
Wer trägt die Kosten für die CM-Messung: Bauherr, Estrichleger oder Bodenleger?
Bei Neubauten oder größeren Sanierungen übernimmt in der Regel der Bauherr die Kosten für die CM-Messung. Er ist dafür verantwortlich, dass der Estrich belegreif ist und der Boden später ohne Schäden verlegt werden kann. Estrichleger oder Bodenleger zahlen die Messung nur dann selbst, wenn dies ausdrücklich vereinbart wurde oder die Messung zur Kontrolle ihrer eigenen Arbeit notwendig ist. In Mietwohnungen kommt es darauf an, warum die CM-Messung durchgeführt wird. Liegt ein Wasserschaden oder ein Feuchteproblem vor, das durch das Gebäude oder fest installierte Leitungen verursacht wurde, trägt der Vermieter die Kosten. Die Messung ist in diesem Fall Teil der Schadenfeststellung und Instandsetzung. Wurde der Schaden durch den Mieter verursacht, etwa durch ein defektes Haushaltsgerät oder unsachgemäße Nutzung, kann der Vermieter die Kosten für die CM-Messung dem Mieter in Rechnung stellen. In diesem Fall übernimmt häufig die private Haftpflichtversicherung des Mieters die Kosten, sofern ein entsprechender Versicherungsschutz besteht. Unabhängig davon können Gebäude- oder Hausratversicherungen die Kosten für eine CM-Messung übernehmen, wenn sie im Rahmen der Schadenprüfung oder Regulierung notwendig ist.
Diese 5 Dinge sollten Sie beachten
- Stellen Sie sicher, dass der Estrich frei von nachträglicher Durchfeuchtung bleibt. Selbst wenn die CM-Messung bereits erfolgt ist, können Bautätigkeiten wie Malerarbeiten oder fehlendes Lüften wieder Feuchtigkeit eintragen.
- Berücksichtigen Sie die unterschiedlichen Reaktionszeiten je nach Estrichart. Es müssen Warte- und Schüttelzeiten eingehalten werden, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.
- Erschütterungen, Temperaturwechsel oder das unbeabsichtigte Öffnen von Fenstern während der Reaktionsphase können das Messgerät beeinflussen.
- Ein Ausreißer sollte immer Anlass zu einer zweiten CM-Messung geben, denn er ist oft ein Warnsignal für einen zu hohen Feuchtigkeitsgehalt, keine Ausnahme.
- Eine frühzeitige Abstimmung mit allen nötigen Fachkräften verhindert, dass Beläge oder Heizestriche zu früh belastet werden oder dass Messungen wiederholt werden müssen, weil Arbeiten nicht koordiniert wurden.
Fazit
Die CM-Messung liefert präzise und reproduzierbare Werte, die eine unverzichtbare Orientierung für alle nachfolgenden Gewerke darstellen. Besonders bei anspruchsvollen Bodenbelägen oder Heizestrichen bietet sie zuverlässige Entscheidungssicherheit. Gleichzeitig schützt sie vor kostspieligen Feuchteschäden, die häufig erst Monate nach der Verlegung sichtbar werden. Wer die Grenzwerte kennt, die Messung fachgerecht durchführen lässt und alle Ergebnisse sorgfältig dokumentiert, schafft die Grundlage für einen dauerhaft funktionsfähigen Bodenaufbau.
Estrich CM-Messung: Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert eine CM-Messung inklusive Probennahme?
Eine fachgerechte CM-Messung dauert meist zwischen 20 und 30 Minuten, abhängig von den Gegebenheiten. Der größte Zeitanteil entfällt auf die Zerkleinerung des Materials und die Reaktionszeit des Calciumcarbids.
Kann ein Bodenleger die Verlegung verweigern, wenn keine CM-Messung vorliegt?
Bodenleger dürfen und müssen die Verlegung verweigern, wenn keine belegreife Messung vorliegt oder begründete Zweifel an der Restfeuchte bestehen. Sie unterliegen einer Prüfpflicht nach der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB/B) und sind verpflichtet, einen belegreifen Estrich als Untergrund für ihre Arbeiten vorauszusetzen. Ohne eine dokumentierte CM-Messung trägt der Bodenleger ein erhebliches Haftungsrisiko für spätere Feuchteschäden am Bodenbelag.
Wie verhält sich die Restfeuchte bei sehr dicken Estrichen?
Je dicker der Estrich, desto länger verbleibt Feuchtigkeit in den tieferen Schichten. Dies führt dazu, dass die Oberfläche trocken wirkt, während der Kern noch deutlich feuchter ist. Die CM-Messung deckt diesen Unterschied zuverlässig auf, da sie Material aus der gesamten Estrichdicke berücksichtigt. Besonders bei schwimmenden Estrichen oder Schichtdicken über dem Standardmaß sollte die Trocknungszeit großzügig geplant werden.
Kann die CM-Messung auch bei sehr kalten Temperaturen durchgeführt werden?
Die CM-Messung selbst ist temperaturunempfindlich, jedoch kann die Probennahme durch niedrige Temperaturen erschwert werden, da Estrich spröder reagiert. Zudem beeinflusst kalte Raumluft das allgemeine Trocknungsverhalten. Es ist daher empfehlenswert, Messungen in klimatisch stabilen Bauphasen durchzuführen, um repräsentative Werte zu erhalten. Das Manometer sollte stets innerhalb des empfohlenen Temperaturbereichs eingesetzt werden.
Quellen
[1] Erstellt von der Technischen Kommission Bauklebstoffe (TKB) im Industrieverband Klebstoffe e. V. , Düsseldorf. „TKB-Merkblatt 16 CM-Messung“. Klebstoffe.com, www.klebstoffe.com/wp-content/uploads/2024/12/TKB-MB-16-CM-Messung-Veroeffentl.pdf. Zugegriffen 23. Januar 2026.